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Tunguska

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Waldschäden nach dem Ereignis
© Wikipedia 

Am Morgen des 30. Juni 1908 jagte ein sonnenhelles Objekt über den Himmel Sibiriens. Sekunden später schlug das aus dem Weltall kommende Objekt in Tunguska ein und verursachte die größte Explosion der Geschichtsschreibung. Seismographische Messstationen in aller Welt registrierten ein bis zwei gewaltige Erdstösse. Mit einem Schlag wurden mehr als 6000 Quadratkilometer vernichtet, Tausende Tiere und auch Menschen verloren ihr Leben. Deutsche Zeitungen vom 1. Juli 1908 berichteten, dass der nächtliche Himmel rötlich und gelb geleuchtet habe und, dass man sowohl in Berlin als auch in Paris trotz Neumond mitten in der Nacht auf der Strasse hätte Zeitung lesen können. Drei Nächte hindurch hätte es keine Dunkelheit gegeben. Am 2. Juli 1908 war in der Zeitung "Sibir" zu lesen, dass mehrere Augenzeugen unmitttelbar vor der Detonation ein zylindrisches, hell leuchtendes Objekt auf die Erde zurasen sahen.

Erst knapp 20 Jahre nach diesem Ereignis fand unter Leitung von Leonid Kulik  die erste Expedition im Auftrag der russischen Akademie der Wissenschaften nach Tunguska statt. Kulik fand 1927 zwar eine völlig zerstörte Landschaft mit abrasierten Wäldern - aber nicht das, was er eigentlich suchte: einen Meteorit oder dessen Krater. 1963 fand eine weitere Expedition unter Leitung des Geophysikers Zolotow zum Ground Zero statt. Glaubt man den Ergebnissen dieser Expedition, so hätte in Tunguska 1908 eine Atomexplosion stattgefunden. Noch heute ist dort eine erhöhte Radioaktivität festzustellen.

Bis heute weiß niemand, was 1908 wirklich zur Tunguska-Katastrophe geführt hat. In der Literatur tauchen mehr als 100 Erklärungen auf. Am häufigsten liest man von einem Kometeneinschlag, einem Zusammenstoss mit Antimaterie , einem winzigen Schwarzen Loch oder einem explodierten außerirdischen Raumschiff.