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Gilgamesch-Epos

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Gilgamesch und Enkidu auf einem Rollsiegel
© Wikipedia 

Um 1900 wurde im Hügel von Kujundschik (dem früheren Ninive im Irak) ein auf 12 Tontafeln eingekerbtes Heldenepos gefunden, welches einst zur Bibliothek des Assyrer königs Assurbanipal gehörte. Die Hauptfigur Gilgamesch war ein frühgeschichtlicher Herrscher der Sumerer-Stadt Uruk (heute Warka), der um 2600 v.Chr. gelebt haben soll. Er sei zu zwei Drittel Gott und zu einem Drittel Mensch gewesen. Zusammen mit dem wilden Tiermensch Enkidu, der erst durch die Vereinigung mit einer Frau zivilisiert worden war, geht Gilgamesch auf Abenteuerreisen.

Auf der dritten Tontafel wird berichtet, wie eine Wolke aus Staub aus der Ferne kam, der Himmel brüllte und die Erde erbebte. Der Sonnengott habe Enkidu mit mächtigen Flügeln und Krallen gepackt, und während des Fluges habe sich Enkidus Körper so schwer wie ein Felsen angefühlt. Laut der siebten Tontafel wird Enkidu abermals in die Lüfte gehoben, diesmal in den eisernen Krallen eines Adlers, der ihm die Erde aus verschiedenen Höhen zeigt. Zuerst erscheint das Land wie ein Berg und das Meer wie ein kleines Gewässer. Weiter oben gleicht das Festland einem Garten und das Meer wie der Wasserlauf eines Gärtners. Noch weiter oben vergleicht Enkidu die Erde mit einem Mehlbrei und einem Wassertrog.

Als später Enkidu stirbt, unternimmt Gilgamesch die beschwerliche Reise zu den Göttern um das Geheimnis der Unsterblichkeit zu erfahren. Utnapischtim , der Vater der Menschen, erzählt Gilgamesch, dass er einst die große Flut mit Hilfe einer Barke überlebt habe. Die Einzelheiten dieser Geschichte erinnern sehr stark an den alttestamentarisch en Bericht von der Sintflut. Schließlich enthüllt Utnapischtim, dass sich in den Tiefen des Meeres eine Pflanze der ewigen Jugend befinde. Gilgamesch findet diese zwar, verliert sie aber an eine Schlange und kehrt unverrichteter Dinge wieder nach Uruk zurück.