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Darwins Irrtum

Vorsintflutliche Funde beweisen: Dinosaurier und Menschen lebten gemeinsam

Autor Verlag
Langen-M√ľller
Ort
M√ľnchen
Jahr / Auflage
2003 / 5
ISBN
3-7844-2709-X

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Impakt nennen die Erdwissenschaftler den Vorgang, wenn ein gro√üer kosmischer Gesteinsbrocken mit √ľbergro√üer Geschwindigkeit in die Erdatmosph√§re eindringt und auf der Oberfl√§che zerschellt. Genau so geht es jedem, der Darwins Irrtum von Hans-Joachim Zillmer liest: Wie ein gro√üer Meteorit fr√§√üt sich das Weltbild des H.-J. Zillmer in die Gehirnwindungen und zerst√∂rt die bislang so logisch erkl√§rte und begr√ľndete Welt eines Darwin und Lyell so nachhaltig und gr√ľndlich, da√ü man sich nach der Lekt√ľre allen Ernstes fragt, wieso man all die Jahre diese naturwissenschaftlichen Erkl√§rungen unserer Welt f√ľr bare M√ľnze genommen hat.

In der Tat behauptet die aus dem vergangenen Jahrhundert stammende herrschende Lehre, da√ü sich die Arten, die auf unserem Planeten leben, sich √ľber √Ąonen von Jahren entwickelt haben (Darwin) und da√ü sich die Oberfl√§che √ľber Jahrmillionen Sandkorn um Sandkorn abgelagert und verformt hat (Lyell) bis zum heutigen Tag. "Und es war nicht so!" schreit Zillmers Buch hinaus und er schenkt uns nicht nur harte, geowissenschaftliche Erkl√§rungen f√ľr seine Thesen, sondern gleichzeitig auch ein wundersch√∂nes Weltbild, auch wenn nur ein Bild von der Welt, wie sie einmal gewesen ist -- und das noch nicht einmal vor all zu langer Zeit.

Stellen Sie sich eine zerbrechliche Seifenblase vor, ein schillerndes Kolloid, wie es in einem nachtschwarzen Himmel umgeben von einem sch√ľtzenden Wassermantel, aufrecht kreiselnd, etwas schneller als gewohnt, um sein Zentralgestirn rotiert, und Sie haben das Bild, das H.-J. Zillmer vorgeschwebt haben mu√ü.Denn er behauptet, da√ü die Erde noch vor kurzem so ausgesehen hat. Ein gleichm√§√üig kugelnder Planet, der keine Jahreszeiten kennt, dessen Landoberfl√§che sich zusammenh√§ngend √ľber einen Gro√üteil des Erdballs erstreckt, in ein helles, bl√§uliches Licht getaucht. Seine Bewohner kennen weder Schnee und Eis, Sturm und Hagel, noch Nahrungsmittelmangel. Allerdings leben sie gef√§hrlich -- riesige Saurier trampeln durch die Flora und Fauna und gelegentlich m√ľssen Hominidengruppen sich sehr in Acht nehmen vor diesen Drachen. Unm√∂glich, trumpfen unsere Gehirnwindungen sofort auf, Steven Spielberg l√§√üt gr√ľ√üen.

Und doch war Zillmer in den USA im Paluxy River an arch√§ologischen Ausgrabungen beteiligt, die genau das zutage f√∂rderten: Spuren von Menschen und Dinosauriern in derselben versteinerten Erdschicht. Quatsch, sagt sich da der Leser: Die Dinos sind seit 65 Millionen Jahren ausgestorben und den Menschen mit aufrechtem Gang gibt es erst seit 2 Millionen Jahren. Genau da setzt Zillmer den Spitzhammer des Geologen an: Als Bauunternehmer und Betonspezialist betrachtet er den Grand Canyon oder den Ayers Rock mit v√∂llig anderen Augen und sein Gedanke ist so ketzerisch, wie er ketzerischer gar nicht sein k√∂nnte: Was w√§re, wenn die Zeiteinteilungen alle ein gro√üer wissenschaftlicher Irrtum sind. Und siehe da -- die Geologen gestehen ein, da√ü sie sich auf die Biologen st√ľtzen und die wiederum st√ľtzen sich auf die Geologen, und so kommen leicht ein paar Milli√∂nchen von Jahren zusammen.

Sollte Zillmer recht haben -- und er ist beileibe kein Hirngespinnst-Theoretiker wie ein von D√§niken oder ein von Buttlar -- dann m√ľssen wir die Entstehungsgeschichte der Erde bald umschreiben und zwar so, da√ü sie den Sch√∂pfungsmythen der Bibel, der Hopi-Indianer oder Griechen mehr √§hnelt als den Vorstellungen von Darwins Zeitgenossen. Das klingt zwar zun√§chst so, als w√ľrde die Kirche sich freuen k√∂nnen, aber Zillmer l√§√üt noch gen√ľgend Spielraum f√ľr die Agnostiker, obwohl er mit Sch√∂pfungsgedanken und Terraforming spielt.

Letztlich l√§uft Zillmers Weltmodell darauf hinaus, da√ü das letzte Mal vor ca. 8000 -- 10000 Jahren eine kosmische Katastrophe eine schon erheblich weit entwickelte Kultur zerst√∂rt. Ein Komet oder eine ganze Serie von Gesteinsbrocken treffen die Erdkugel. Im Aufschlagszentrum entstehen Millionen Grad Celsius -- Wasser und Gestein schmilzt. Feuer- und Flutwellen √ľberziehen den Planeten und er schlingert und t√∂nt wie eine angeschlagene Glocke. Die Wasserkugel des Himmels zerbricht und die Sintflut setzt ein -- Vulkane explodieren, der Himmel verdunkelt sich, ja f√ľr Stunden setzt sogar die Erdrotation aus -- in Asien werden die Mammuts schockgefroren und die letzten Gro√üechsen gehen qualvoll zugrunde und deren Knochen versteinern innerhalb k√ľrzester Zeit im zementartigen Sintflutschlick.

Eine phantastisches Erklärungsmodell und viel logischer, als alles, was uns die Schulwissenschaft bisher gegeben hat -- und an dem Tag, an dem der erste, versteinerte Mensch aus einer angeblich 65 Millionen Jahre alten Gesteinsschicht herausgelöst wird, ab diesem Tag wird es keine Phantasie mehr sein.

Manuela Haselberger

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